Produktabsicherung und -erlebnis

Das generische Anwendungsszenario „Produktabsicherung und -erlebnis“ zielt darauf ab, zukünftige Produkte teil‐ oder vollständig virtuell darzustellen und für den Benutzer möglichst realistisch erlebbar zu machen. Dies ist vor allem für menschzentrierte Produkte und komplexe Umgebungen ein essentieller Entwicklungsschritt, der bereits in der frühen Designphase zur Anwendung kommen soll.

Fahrzeugcockpits sind typische Beispiele für Produktkomponenten, die eine komplexe Benutzerschnittstelle aufweisen und daher aufwändig überprüft und abgesichert werden müssen. Neben ästhetischen Aspekten sind auch sicherheitsrelevante Gesichtspunkte bei der Absicherung solcher Komponenten zu berücksichtigen.

Zur Erzielung der erforderlichen Aussagekraft, muss die virtuelle Szene in einer hohen und realistischen Qualität vorliegen und ein adäquates Abbild der Einsatzumgebung eines Produkts darstellen. Durch eine Vielzahl angekoppelter Simulationen und die Integration und Verarbeitung verschiedener Datenquellen wurde das Ziel der Erstellung dieser realitätsnah anmutenden virtuellen Umgebungen und das Ziel des  Erlebens eines Produkts darin anhand der Prototypen der ersten Projekthälfte bereits erreicht. Geoinformationen, 3D-Umgebungserfassungsdaten, Infrastrukturelemente von Städten, Landschaftselemente, Fahrsimulationen, Umgebungssimulation, Verkehr, Wetter, Bordsysteme und viele andere Bausteine ergeben das Gesamtbild der Erlebnisumgebung und liefern die Basis zur Beurteilung des Produktes. Hierbei handelt es sich größtenteils um unabhängige Systeme oder Datenquellen, die bereits vorhanden sind. Die ARVIDA Referenzarchitektur ermöglicht die Einbindung dieser Funktionen und Daten in die virtuelle Welt und die Kopplung dieser bislang unabhängigen Systeme und Datenquellen wie in der ersten Projekthälfte gezeigt werden konnte.

Anwendungsszenarien

Das generische Szenario setzt sich aus zwei Anwendungsszenarien zusammen: „Das digitale Fahrzeugerlebnis“ (Daimler Protics GmbH) und „Interaktive Projektionssitzkiste“ (Volkswagen AG).

Stadtmodell von Ulm im Szenario des digitalen Fahrzeugerlebnis
Aufbau des Szenarios der interaktiven Projektionssitzkiste

Das digitale Fahrzeugerlebnis ermöglicht ein nahezu realistisches, interaktives Erleben eines Fahrzeugs in einer wirklichkeitsnahen 3D-Umgebung. Die Erlebnisumgebung wird dabei unter Nutzung von Informationen aus verschiedenen Datenquellen, wie z.B. GIS-Systeme und 3D-Scans von Outdoor-Szenen, weitestgehend prozedural erstellt und realistisch dargestellt. Bei der interaktiven Projektionssitzkiste werden einfache, reale Modelle durch realitätsgetreue virtuelle Details angereichert, indem beispielsweise Instrumente lagerichtig durch eine Aufprojektion dargestellt werden.

Evaluation

Aufgrund der bestehenden gemeinsamen Anforderungen und Dienste wird zur gemeinschaftlichen Evaluation ein generisches Anwendungsszenario definiert. Während beim digitalen Fahrzeugerlebnis ein Fahrzeug in einer virtuellen Simulationsumgebung bewegt wird, werden bei der interaktiven Projektionssitzkiste die virtuellen Daten im Innenraum eines Fahrzeugs visualisiert. Aufgrund dessen können Fahrzeugeigenschaften und der Status bzw. die Informationen einzelner Fahrzeugsysteme zwischen den beiden Szenarien über die ARVIDA Referenzarchitektur ausgetauscht werden. Somit soll eine Interoperabilität und Kopplung zweier unabhängiger Systeme hergestellt werden.