Werkerassistenz

Die „Generische Werkerassistenz“ beinhaltet diejenigen Anwendungsszenarien, bei denen mobile Mixed‐Reality Systeme die Ausführung manueller Arbeitsprozesse unterstützen. Mitarbeiter tragen mobile Mixed Reality Systeme wie z.B. Datenbrillen, Tablet‐PCs oder mobile Projektoren, auf denen in Echtzeit virtuelle und reale Daten verschmolzen werden. Hierbei ist es eine wesentliche Anforderung, dass die Systeme die Primärtätigkeit des Anwenders nicht behindern, sondern ihn von Nebentätigkeiten (z.B. Informationsbeschaffung) entlasten.

Für die Evaluierung gemeinsamer Anforderungen und Dienste wurde eine generische Anwendung definiert:

  • Die wesentlichen gemeinsamen Anforderungen liegen in der Mobilität der Anwender bei geeigneter Informationspräsentation. Die gemeinsam genutzten Dienste sind insbesondere Referenzierung / Tracking, Kalibrierung, Visualisierung, Interaktion / Workflow sowie Infrastrukturdienste.
  • Daher wird in der generischen Anwendung analysiert, wie die Anbindung und der Wechsel von Trackingsystemen unterschiedlicher Hersteller und unterschiedlicher Funktionsweise (inside‐out, outside‐in, markerlos, markerbasiert, kreismarkenbasiert, etc.) mithilfe der Architektur möglich ist. Hierbei soll stets das beim jeweiligen Anwender genutzte Visualisierungssystem unter vergleichbaren Bedingungen vorbereitet (Kalibrierung etc.) und an das Trackingsystem gekoppelt werden.

Bezug zur Architektur

Die beinhalteten Anwendungsszenarien nutzen gemeinsame Technologien, die durch die Referenzarchitektur untereinander verbunden werden. Diese gemeinsamen Technologien sind:

  • Tracking
  • Rendering / Visualisierung
  • Mobile Displays und Projektion
  • Datenanbindung


Die Anforderung an die Qualität der virtuellen Daten ist üblicherweise geringer als in anderen Anwendungen, da die visuelle Anmutung weniger stark im Vordergrund steht als z.B. beim generischen Szenario „Produktabsicherung und ‐erlebnis“. Vielmehr stellt die zeitlich und räumlich korrekte Darstellung der Inhalte einen wesentlichen Anspruch an die Systeme, da beim Einsatz von Durchsicht‐Datenbrillen (Optical See Through Head Mounted Displays) oder mobilen Projektoren eine Latenz zwischen virtuellem Bild und realer Welt nicht tolerabel ist.

Anwendungsszenarien

Das generische Szenario setzt sich aus drei Anwendungen zusammen: „MR‐Engineering“ (TKMS), „Mobile Projektions‐basierte Assistenzsysteme“ (Volkswagen AG), „Instandhaltung und Training“ (Volkswagen AG). Alle haben gemeinsam, die Referenzarchitektur zu nutzen. Sie verwenden unterschiedliche der daran angebundenen und im Rahmen des Projektes entstehenden Dienste.

Die situationsgerechte Informationsbereitstellung komplexer Informationen auf mobilen Displays ist der Schwerpunkt des Szenarios TP 3.3.3 „MR‐Engineering“. Informationen zu Arbeitsschritten werden, ohne Daten aus 2D oder 3D‐Zeichnungen abzuleiten, direkt im Sichtfeld bzw. im Arbeitsumfeld des Werkers angezeigt.

Die „Mobilen Projektions‐basierten Assistenzsysteme“ (TP 3.3.4) haben einen Fokus auf der Verwendung mobiler Projektoren für die Mitarbeiterunterstützung. Da hier eine sehr hohe Genauigkeit der Überlagerung erforderlich ist, ist im Gegensatz zu den anderen Szenarien die Verwendung von Markern möglich.

Das Szenario TP 3.3.5 „Instandhaltung und Training“ untersucht das Potenzial der Referenzarchitektur für die Bereitstellung von AR‐Informationen in Instandhaltung und Training, indem Anwendern die Möglichkeit gegeben wird, direkt im Arbeitsprozess sowohl das Visualisierungsmedium als auch das Trackingsystem aufwandarm auszutauschen.